Der Grat zwischen 'frech' und 'geschmacklos' oder 'ordinär' ist schmal. Ein Beispiel: Anfangs des 20. Jahrhunderts schaffte es ein Architekt, ein traditionsreiches Knabeninternat für einen länglichen Hauptbau mit zwei runden Annexen zu gewinnen - eine subtile Anspielung auf die primären männlichen Geschlechtsorgane, die dem Auftraggeber erst später bewusst wurde. Frech und humorvoll könnte man sagen.
Der Designer Daniele Bedini hat nun für die Rubinetterie ZAZZERI eine Regendusche namens VIRGIN geschaffen. Weitaus weniger subtil ergiesst sich hier das Wasser aus einer der weiblichen Vulva nachempfundenen Form. Ob er dem Hersteller den Entwurf wohl als organisch-floare Öffnung in der Decke verkauft hat und mit der Analogie des Wasserfalls argumentierte?
In Verbindung mit der Namensgebung schrammt der Entwurf auf jeden Fall scharf an der Geschmacklosigkeit entlang - formal gelungen und mit farbigen LEDs versehen findet die VIRGIN jedoch sicherlich Eingang in das eine oder andere hypermoderne Villenbad.
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