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21. Januar 2014

Fake?

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Eingetragen von: Erneste Appell

Gottfried Semper, Erbauer der Dresdner Oper und der vielleicht wichtigste Theoretiker über Architektur und Kunsthandwerk, entwickelte im 19. Jahrhundert seine Stoffwechseltheorie. Diese besagt zwar im Kern auch, dass sich gewisse ältere Formen in neuen Materialien wiederfinden - der Stoff wechselt, die Form bleibt - und dass gewisse formale Urtypen für gleiche Zwecke nahezu unabhängig vom Material selbst sind. Sie besagt aber auch, dass Gegenstände für neue Nutzungen oder in neuen Materialien den alten Stilballast irgendwann abwerfen und zu ihrer wahren Form finden.

Ob der polnische Hersteller Marmorin mit Sempers Stoffwechseltheorie vertraut ist und was sein diesbezüglicher Beitrag sein soll, lässt sich bloss vermuten. Mit Sicherheit aber handelt es sich bei JACOB kaum um einen Urtypus des Behälters oder eine Übernahme einzelner Stileelemente vom metallbeschlagenen Holzbottich zum Waschbecken aus Mineralwerkstoff - sondern vielmehr um eine simple Analogie, eine Art Abguss des Bekannten. Das ist lustig und mag manchem gefallen, wie Semper in die Geschichte eingehen, wird damit allerdings JACOB kaum.

Marmorin JACOB

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3. Dezember 2013

Objekt der Woche: Rexa Design Warp

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Eingetragen von: Erneste Appell

Abgebildet wurden sie nur in weiss, doch die grossflächigen Fliesen aus dem Mineralwerkstoff Corian sind in allen Farben erhältlich. Sie sind der Kern der Kollektion Warp, die der Architekt und Designer Carlo Dal Bianco für Rexa Design entworfen hat. Grosse Platten mit gleich Edelsteinen facettierten Kanten, die sich in feinen Linien zur Fläche fügen. Innerhalb der Linienzeichnung lassen sich verschiedene Elemente - Waschbecken, Duschwanne, Spiegel, Schränke, Badewanne - perfekt in die verschiedenen Grössen integrieren, sodass die funktionalen Objekte gleichsam aus der gefliesten Wand herauszuwachsen scheinen. Ein multifunktionales Objekt, das nicht kompakt in der Mitte steht, sondern sich an die Badezimmerwand drängt: Badewand statt Badezimmer!

Rexa Design Warp

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26. November 2013

Vase oder keine Vase ..

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Eingetragen von: Erneste Appell

.. das ist hier die Frage - denn man muss zugeben, dass es schon bildhaftere Projekte zu derartigen Namen gab. Das Standwaschbecken Vase, das Francesco Rife für inbani entworfen hat, hat zwar einen langen Schaft, der sich nach oben ausladend verbreitert, doch welches Wachbecken hätte dies nicht? Und ein breiter Schwerpunkt zuunterst wäre auch äusserst sinnlos gewesen. Wenn es nun also keine gute Vase ist, ist es ein gutes Waschbecken? Die Form verbindet zurückhaltend Wand, Boden und das Waschbecken mit der Ablagefläche. Eine weitere Fläche dockt mittels einem gebogenen Stahlprofil elegant an und erweitert den nutzbaren Platz unterhalb des Beckens. Dieses Motiv nimmt auch der minimalistische Spiegelschrank auf, aus welchem eine Handtuchstange mit Ablagebox herauswächst. Die Formensprache ist dabei stets integrativ, geometrisch klar und sehr einfach - also ja, Vase ist ein gutes Waschbecken!

inbani Vase

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15. November 2013

Objekt der Woche: Hasenkopf SWAN

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Eingetragen von: Erneste Appell

Was die Concept Cars in der Automobil-Industrie sind, leisten die «Design Characters» von Hasenkopf im Sanitärbereich. Sie sollen nicht zwangsläufig zum rentablen Serienprodukt heranreifen, sondern in erster Linie den Blick weiten. Sie sind Experimente, die gestalterische und fertigungstechnische Grenzen ausloten. SWAN ist eines jener Objekte und zeigt die Möglichkeiten, die frei formbare Mineralwerkstoffe bieten. Der Architekt Titus Bernhard und der Designer Peter Martin taten sich hier zusammen, um «die anmutige Interpretation eines längst vergessenen Waschzubers» zu schaffen. Die elegante Form, «die phantasievolle Geschichte eines stolzen, herrschaftlichen Schwans», soll Emotionen wecken.  Bildgewaltig ist der Entwurf und lässt diverse Assoziationen zu - Waschzuber, Schwan, asiatischer Suppenlöffel. Doch hat die verspielte Form durchaus Sinn, denn SWAN ist Badewanne und Dusche zugleich. Das Wasser findet über den Schwanenhals den Weg zum Kopf. Hier ergiesst sich das Wasser direkt auf den Boden - eine insgesamt raumgreifende, eher loftige Lösung und kaum für das Familienbad geeignet. Aber schliesslich werden Concept Cars auch nicht entwickelt, um Kinder zur Schule zu fahren oder vom Sport abzuholen.

Hasenkopf SWAN

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7. Oktober 2013

Flügelkunst

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Eingetragen von: Erneste Appell

Der junge, italienische Architekt Ludovico Lombardi, der in Mailand, Barcelona und London ausgebildet wurde und anschlissen für namhafte Architekten wie Carlos Farrater, Arata Isozaki oder Zaha Hadid arbeitete, macht seit längerem durch expressive Entwürfe auch in der Designwelt auf sich aufmerksam. Das Waschbecken Wing Art von falper ist hierfür ein Beispiel. Weit ausladend schwingt das Waschbecken aus der Wand und verbindet dabei eine orthonale Aussenform nach oben hin mit einer organischen Freiform nach unten hin. Expressiv, zugleich einfach, körperhaft und doch von filigraner Leichtigkeit, ist das Waschbecken ein wahrer Hingucker im Badezimmer - beflügelnde Kunst, neben der freilich alles andere von äusserster, gestalterischer Zurückhaltung geprägt sein sollte.

falper Wing Art

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28. Juni 2013

Rund ist rund ist ..

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Eingetragen von: Erneste Appell

.. rund. Wirklich? Alle möglichen Rundungen und wellenförmigen Schwingungen finden sich im stromlinienförmigen Gegenwartsdesign. Primärformen wie der Kreis scheinen immer mehr aus der Mode zu geraten. Zu unrecht, denn keine Rundung ist in sich so perfekt und einfach wie der Kreis. Dass er zudem eine gut Geometrie ist, um in passender Grösse zu zweit zu baden, hat der Italiener Claudio Silvestrin erkannt und für Boffi die kräftige Badewanne I Fiumi aus Corian entworfen. Wahlweise in schwarz oder weiss ist diese stets elementar und luxuriös - und niemals ausser Mode.

Boffi I Fiumi

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15. Mai 2013

Objekt(e) der Woche: ellenbergerdesign private space Waschtisch / Spiegel / Stuhl

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Eingetragen von: Erneste Appell

Jannis Ellenberger betreibt in Bremen ein «studio für produktdesign + interieurgestaltung». Hier entwirft er Möbel, Lampen und Gegenstände für den Alltagsgebrauch. Das Hauptwerk des noch jungen Designers ist die private space furniture collection. Die Kollektion aus Holz und Mineralwerkstoff wird von der Anders GmbH produziert - einer Schreinerei, die sich auf Mineralwerkstofftechnik spezialisiert hat - und umfasst neben einem Sideboard, einem Beistell - und einem Esstisch auch ein Homeoffice (bestehend aus einem Schreibtisch und einem wandhängigen Schiebeschrank) und einen Sessel mit Ottoman. In diesem Blog interessieren uns aber vor allem die im Badezimmer zu verwendenden Stücke: ein Waschtisch, ein Spiegel, ein Stuhl namens «Stummer Diener» und eine Sitzbank.

Sämtliche der Stücke sind aus heller Esche gefertigt, die feingliedrig und gebogen in Verbindung mit frei geformten Mineralwerkstoffflächen steht. Unbeschwertheit und Frische strahlen die Stücke aus und scheinen so garnicht von den bekannten und vielkopierten Designklassikern der Frühmoderne inspiriert. Hier haben wir absolutes Design der Gegenwart: Durchdacht, einzigartig und innovativ.

ellenbergerdesign private space washstand / mirror

Anders GmbH

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12. April 2013

Ein Fisch namens ..

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Eingetragen von: Erneste Appell

.. Wanda! Und wieder hat dieser Name eines Sanitärobjekts wenig mit dem Objekt selbst zu tun. Vom Fisch über das Meer bis zum fliessenden Wasser lässt sich immerhin ein inhaltlicher Bogen in die Welt des Badezimmers schlagen. Aber wie stellt man sich eigenlich einen Fisch namens Wanda vor? Dem Namen nach wohl eher als Flunder oder als dicker Backfisch denn als formschöner, blitzschneller Merlin oder Hecht. Demgegenüber ist die Badewanne Wanda jedoch ein fraglos geräumiges aber in erster Linie zartes und fast zerbrechliches Objekt. Das glänzende Weiss des polierten Mineralwerkstoffs unterstützt diese Feinheit. Die grösste Designleistung von antoniolupi liegt jedoch in der ausbalancierten Form zwischen geraden und fliessend gekurvten Kanten, zwischen weicher und organischer Rundung und modernem und eckigem Minimalismus. Eindrücklich gelingt dies vor allem im Bezug auf die Assymmetrie der Wanne, die ihr eine für Badewannen ungewohnte Ausrichtung zur Seite hin gibt. Zwar kann der Badende angenehm hoch zurücklehnen, sogar zur Seite hin, doch bleibt er stets im Raum und richtet sich zu diesem - vorausgesetzt man platziert das gute Stück nicht verkehrt im Raum. Dies alles erinnert an eine nasse, weisse, harte und moderne Form seitlicher Chaiselongues - und ist daher hochgradig gelungen!

antoniolupi WANDA

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6. März 2013

Sanduhr und Kugel

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Eingetragen von: Erneste Appell

Mineralgusswerkstoffe sind omnipräsent in heutigen Badezimmern. Die geringere Brüchigkeit und die freie Formbarkeit sind schlagende Argumente für ihre Verwendung. Meist werden die Objekte dabei matt präsentiert, als Kontrast zu den glänzenden Keramikobjekten. Dass aber auch Stücke aus Mineralguss glänzen können beweist die Serie 700 von treos. Diese umfasst verschieden grosse und kubische Waschbecken und zwei Highlights: Das einer Sanduhr nachempfundene Standwaschbecken TIME und das an die Wand montierbare kugelförmige Waschbecken SPHERE. Beides exklusive Stücke, eigenwillig und auffallend gestaltet - und dementsprechend mit 1950 resp 1495 Euro auch keinesfalls zum Schnäppchenpreis zu haben.

 

treos Mineralguss Serie 700

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28. Februar 2013

Hightech à l'italianità

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Eingetragen von: Erneste Appell

Carlo Colombo wird die Grösse seines Namensvetters Joe Colombo wohl kaum erreichen, doch auch er ist Architekt und Designer, ausgebildet am Politecnico di Milano. Architektonisch hat er zwar noch nicht allzu viel vorzuweisen, doch die Liste der Firmen, für die er als Designer arbeitete, ist beeindruckend: Antonio Lupi, Artemide, Cappellini, Levi's, Moroso, Poltrona Frau, Zanotta und die berühmt-berüchtigten Gebrüder Thonet. Eine solche Designer-Biographie ist natürlich stets von kuratorischer Arbeit, Lehrtätigkeit und zahllosen gewonnenen Preisen begleitet. Einer dieser Preise ist der Interior Innovation Award 2013, den er soeben vom Deutschen Rat für Formgebung an der internationalen Möbelmesse «imm Cologne» erhielt.

Ausgezeichnet wurde die Badewanne der Kollektion outline, die Carlo Colombo für teuco schuf. Diese besteht vollständig aus dem Mineralwerkstoff Duralight®, der als Kubus mit abgefastem Rand eine dezidiert zeitgenössische Sprache spricht. Überzeugend ist jedoch vor allem die Technik dahinter, denn lediglich mittels acht schmalen Schlitzen wird hier für ein vollständiges Whirlpool-Erlebnis gesorgt. Die Zeiten hunderter hässlicher Metalldüsen ist vorbei, es lebe die Hydroline-Technik!

Die Kollektion outline umfasst darüber hinaus übrigens auch eine Duschwanne und ein Waschbecken, zwei ebenso überzeugende Entwürfe, die den assymmetrischen Wannenrand der Badewanne auf eigene Art übernehmen - ein gesamthaft kräftig-maskulin und hochmodern gestaltete Kollektion!

 

teuco outline

Carlo Colombo

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