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3. April 2013

Objekt der Woche: GOLEM Kunst und Baukeramik

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Eingetragen von: Erneste Appell

Es gibt so viele Firmen, die das Gleiche tun und so wenige, die wirklich einzigartig sind. Zur letzten Kategorie zählt die GOLEM Kunst und Baukeramik AG. Diese hatte sich ursprünglich Sonderfertigungen für die Sanierung historischer Bauten verschrieben und an die Kultur des Backsteinbaus angeknüpft, die vom neolithischen Lehmbauten über die mesopotamischen und römischen Lehmziegelarchitekturen sowie über die neogeotische Backsteinarchitektur Europas, den Historismus, den Klassizismus Karl Friedrich Schinkels und expressionistische Jugenstilarchitekturen bis in die Gegenwart reicht. Der einfachste Weg um bei derartigen Restaurierungsarbeiten zu einem denkmalpflegerisch zufriedenstellenden Resultat zu gelangen ist ganz einfach: möglichst originalgetreu zu produzieren. Dass GOLEM dies kann, bewies das Unternehmen bei einer Vielzahl bedeutender Bauwerke: unter anderem beim Londoner Warenlager von Harrod's, bei der Wiener U-Bahn-Station Schönbrunn, beim Weimarer UNESCO-Weltkulturerbe der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, beim Lübecker Holstentor, beim Jägerhof in Leipzig, beim Schinkelturm in Letschin und in Berlin gleich dreimal - in den Hackeschen Höfen, am Neuen Museum und für die Musterfassade der allenfalls wiederaufzubauenden Bauakademie von Karl Friedrich Schinkel, dem Backsteinmonument schlichthin, das auch als Keimzelle der Moderne gilt.

Von hier aus war der Schritt des Unternehmens hin zur Serienproduktion in traditioneller Handwerkstechnik nicht mehr weit. Es spezialisierte sich dabei zunehmend auf zwischen 1897 und 1910 entworfene Jugendstilfliesen, die von Hand gefärbt und gebrannt durch die leichte Unregelmässigkeit einen individuellen Charme erhalten. Sie sind lebendig und gewinnen durch die mit dem Alterungsprozess verbundene, feine Rissbildung (Craquelé) bloss noch an ausdrucksstarker Patina. Bei den Motiven handelt es sich einerseits um vormalige Produktionen der Werke Boizenburg, DTAG, Meißen, Offstein, Schmider, Utzenschneidel und Villeroy & Boch, andererseits um Entwürfe von Künstlern wie Peter Behrens, Hans Duensing, Georg Schmider, Ernst Teichert, Henry van der Velde oder Louis Wessel. Bei dieser eindrucksvollen Liste schlägt jedem Kunstgeschichtler wahrlich das Herz höher und so lässt sich denn auch aus einer schier unendlichen Zahl von Fliesen auswählen. Einige Beispiele der kombinierten Wand- oder Bodengestaltung sind hier abgebildet.

Neben den schmuckhaften Fliesen mit Jugendstilmotiven bietet der Hersteller noch zweierlei: Einfarbige Fliesen, die durch die Vielzahl erhältlicher Farben zu wirkungsvollen Pixelbildern kombiniert werden können und ebenso wie die Motivfliesen einen leicht «unperfekten», charmanten Farbverlauf aufweisen. Und darüber hinaus Fliesen von zeitgenössischen Künstlern, wovon die zuunterst abgebildeten Entwürfe der jüngst verstorbenen Görlitzerin Crista Cremer am überzeugendsten sind.

Kurz und bündig: Der Hersteller GOLEM kann wertvolle Monumente ergänzen und bietet darüber hinaus für den Privatgebrauch eine wahrhaft endlose Palette an Fliesen, die im Entwurf und in der Fertigungstechnik dem originalen Jugendstil zuzuordnen sind. Ein wahrer Fund!

... einige Beispiele der Wandgestaltung:

... einige Beispiele der Bodengestaltung:

... einige Fliesen von Crista Cremer:

GOLEM Kunst und Baukeramik

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16. April 2012

Kunstwerke

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Eingetragen von: Erneste Appell

Der Anspruch ist klar, wenn man eine Fliesenkollektion Artworks nennt: Kunstwerke sollen es sein, einzigartig und hochwertig verarbeitet. Dass dies beim Hersteller Traditional Bathrooms nun wenig mit der Konzeptkunst des jungen Jahrtausends zu tun hat, sondern vielmehr mit kunstgeschichtlichen Stilepochen der Vergangenheit, versteht sich von selbst. So sind es denn auch plastische Fliesen, die an Gesimsbänder und Giebelprofile der Renaissance erinnern und die Oberfläche dergestalt gliedern. Das Ambiente ist dabei weniger höfisch als landhäuslich rustikal - doch kunstvoll sind die Stücke allemal.

Traditional Bathrooms - Wandfliesen Artworks

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9. Dezember 2010

Baden mit Monroe

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Eingetragen von: Erneste Appell

Aktuell mögen abhängig von der Generation des Betrachters andere Damen an erster Stelle stehen aber von den Ikonen ist es lediglich Geschmacksfrage, ob das Vollweib Marilyn Monroe, die zart-elegante Audrey Hepburn, die verruchte Brigitte Bardot oder das Barbarella-Spacegirl Jane Fonda die Traumfrau verkörpern. Wer ersterer nachtrauert und gerne einmal mit ihr gebadet hätte, kann sich diesen Wunsch auf etwas abstrakterer Ebene erfüllen. Die italienische SICIS hat eine umfangreiche Marilyn Monroe Limited Edition herausgebracht, Mosaike in verschiedenen Grössen, die stets in Schwarzweiss und mit höchstens einer Farbe daherkommen. Definitiv ein Eyecatcher und wie unten zu sehen ist nicht nur im Badezimmer zu verwenden. Definitiv eine gute Alternative zu den zahllosen Andy-Warhol-Reprints!

SICIS Marilyn Monroe Limited Edition

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20. September 2010

Zufall

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Eingetragen von: Erneste Appell

Ob als intuitives Moment, göttliche Eingebung oder Inspiration klassifiziert - der Zufall als konstitutives Element im Gestaltungsprozess ist omnipräsent. In Kunst und Design wird dies seit längerem bewusst verwendet, so auch in den found space tiles, welche die junge deutsche Designerin Staphanie Davidson für den holländischen Keramikproduzenten cor unum entworfen hat.

Die Entwurfsleistung bezieht sich hierbei jedoch nicht auf die konkrete Form sondern auf den Prozess der Formfindung. Durch zufälliges Sich-Hinein-Drücken oder Anlehnen in eine Gipsform wurden die verschiedenen dreidimensional-skulpturalen Fliesenkörper geschaffen, welche im Rahmen von Davidsons touchy-feely-Projekt eine körperhafte Haptik in den Wohnraum tragen sollen. Die so entstandenen, textil wirkenden Objekte sind sicherlich - auch wenn sie je nach Positionierung als Ablageflächen dienen können - in der Regel nutzlos. Als wasserbeständige, im Kontext eines gefliesten Badezimmers passend wirkende Kunstwerke dienen die found space tiles immerhin dem optischem Genuss und vermögen Staunen, Schmunzeln und verwirrte Blicke hervorzurufen.

cor unum touchy-feely

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11. November 2009

Objekt der Woche: Marcel Duchamps Fountain

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Eingetragen von: Erneste Appell

Eigentlich ist das hier abgebildete Urinal eher ein Objekt des Jahrhunderts denn der Woche, ist dieses einzigartige Modell Bedfordshire der Firma J.L. Mott Iron Works aus New York doch das mit Abstand berühmteste Urinal der Welt. Unter dem Namen Fountain (engl. Spingbrunnen aber auch Ursprung) stellte es der französische Künstler Marcel Duchamps, eine Ikone der frühen Konzeptkunst, 1917 im New Yorker Grand Central Palace aus. Beziehungsweise nicht aus. Das einfache, unbehandelte Stück, um 90 Grad gedreht und mit dem fiktiven Namen R. Mutt und der Jahreszahl beschriftet, war nämlich das einzige von etwa 2.500 Kunstwerken, welches bei der Ausstellung nicht gezeigt wurde - und dies, wo doch die Statuten der just zuvor gegründeten Society of Independent Artists eine komplette Freiheit von Zensur und die ultimative Freiheit und Souveränität des Künstlers proklamiert hatten.

Dies ist die Geburtsstunde des Readymade, des objet trouvé: Duchamps hatte die Society ausgetrickst und die erste Kunst gemacht, die schon gemacht war - und zwar nicht vom Künstler selbst. Dieser subversive Akt löste in der Folge grosse Diskussionen aus, das Objekt, seine Beschriftung und die Bedeutung Duchamps Handelns wurden vielfach und ausführlich interpretiert. Heutzutage herrscht zwar Einigkeit - zumindest in der Kunstwelt - darüber, dass das Readymade durch die Auswahl, Inszenierung, Verformung oder Benennung des Künstlers zum Kunstobjekt werden kann, es bedurfte jedoch eines einfachen, weissen Prozellanurinals um diese Veränderung in den vermeintlich kreativen, abstrakt denkenden Köpfen von 1917 auszulösen.

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11. Mai 2009

Objekte der Woche: Individuelle Fliesenkunst aus Basel

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Eingetragen von: Erneste Appell

Bisazza machten es vor, viele Nachahmer kopierten es und mittlerweile bietet sogar IKEA ornamentalen Wandschmuck an, wenn auch als Plastikklebefolie. Tatsache ist, dass im Objekthaften aus Architektur und Design nach wie vor die klare Linie gesucht wird, die einfache, meist kubische Form, wohingegen in der Fläche dieses Dogma längst überwunden wurde und mittlerweile zieren öfters zu floralen Mustern gelaserte Metallbrüstungen die Fassade ambitionierter städtischer Wohnhäuser.

Wer nun seinem Bad einen expressiven Touch geben möchte, wird dies also des öfteren in Form einer speziellen Wandverkleidung erreichen können und die Schweizer Unternehmung TILETALE bietet hierbei spannenden Input. Inhaber und Künstler Bruno Bürgin bemalt jede Fliese von Hand. In verschiedenen Grössen sind so Muster aller Art erhältlich - meist tragen diese den Namen grosser Weltstädte und sind eher als formale Spielereien denn als erkennbare Bilder zu interpretieren. Vor allem die ruhigeren, farblich dezenteren darunter, wie etwa die oben abgebildete Fliese Berlin, überzeugen. Wer dagegen eine lebendig-bunte Atmosphäre sucht, kann durch wildes Zusammenwürfeln verschiedener Fliesen einen Hauch von Gaudi und Hundertwasser in sein Badezimmer bringen.

TILETALE

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21. März 2009

Schön warm

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Eingetragen von: Erneste Appell

Sicher, es gibt hässlichere Heizungen und schönere Heizungen und wer keine Fussbodenheizung hat, wird eine im Badezimmer brauchen - schliesslich ist nichts unangenehmer am Morgen als ein kaltes Bad. Dass der französische Künstler und Designer Johanne Cinier sein Talent in die Herstellung aussergewöhnlicher Heizkörper steckt, ist eine wahre Freude. Von plastischen Heizskulpturen bis zu gemäldeartigen Unikaten der Collection Pièces Uniques gibt es mittlerweile eine riesige Auswahl und auch wenn eigentlich alle der Stücke vom heutigen Standpunkt aus keine künstlerischen Innovationen darstellen, so sind sie doch die wohl hübschesten Heizkörper der Welt...

CINIER radiateurs contemporains

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22. August 2008

Klangschau im Badezimmer

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Eingetragen von: Erneste Appell

Kunst ist Form. Doch selbst der fanatischste Designfreak weiß: Kunst liegt auch im Wort und in der Musik. Aus letzterem Bereich ist mir unlängst ein kleines Schmuckstück untergekommen, welches zeigt, dass man das Bad (und die gesamte Wohnung) auch anders nutzen kann. Und zwar handelt es sich dabei um den zehnfach prämierten schwedischen Kurzfilm „Music for one Apartment and Six Drummers“ von Ola Simonsson. Der Plot ist gleichsam simpel und absurd: Sechs perkussive Zappelphilippe (einer davon im Bilde) brechen in eine fremde Wohnung ein und trommeln sich von einem Zimmer zum nächsten. Zehn Minuten Zeit muss man allerdings mitbringen, deshalb heute wenig der Worte. Wir lassen die Bilder sprechen und hoffen, dass ein Knall durch Deutschlands Bäder geht.

Noch ein kleiner Tipp für die Grobmotoriker: Wer nicht selber trommeln kann, könnte Spass finden an Unterwasserlautsprechern.

Music for one Apartment and Six Drummers

Unterwasserlautsprecher

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