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31. März 2014

Objekt(e) der Woche: Sciroccoh BRICK

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Eingetragen von: Erneste Appell

Grob gesehen könnte man meinen, einem modernen Kunstprojekt gegenüber zu stehen, das in Form von aufgeblasenen Legosteinen vermutlich mindestens die westliche Geistesgeschichte seit dem Spätmittelalter erklärt. Doch trotz offensichtlicher Analogie weit gefehlt: Bei BRICK von Sciroccoh handelt es sich um zwar kunstvoll gestaltete, aber sehr funktionale Heizkörper aus vorgeformtem, kupferummanteltem Stahlblech. Die hervortretenden Zylinder vergrössern die Oberfläche aus thermischen Gründen und dienen keineswegs für bessere Haftung beim Aufeinanderstecken. Und 43 frei kombinierbare RAL-Farben befriedigen Kunden- statt Kinderwünsche von poppig-grell bis zurückhaltend-gedeckt.

Sciroccoh BRICK

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31. Oktober 2013

Wandmalerei mal anders

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Eingetragen von: Erneste Appell

Am deutschen Hersteller GOLEM kommt zur Zeit kaum ein an Keramik interessierter Architekt vorbei. Bauwillige für hochwertige Rekonstruktionen von Jugendstilfliesen oder plastischem Keramikschmuck an Fassaden landen häufig hier. Doch der Hersteller bedient nicht nur nostalgische Liebhaber mit ausgefallenen Wünschen, sondern auch der Gegenwarts(bau)kunst gegenüber Aufgeschlossene - unter anderem mit den Künstlerfliesen. Die 1975 in Wolgast geborene und in Zwickau und Dresden ausgebildete Katharina Seidlitz hat eine dieser kleinen Kollektionen gestaltet, sie besteht aus drei Motiven. FKS 1 schmückt ein florales Motiv, das sich spiegelnd auch über grössere Flächen legen lässt. Dagegen bildet FKS 2 ein in zwei Farbvarianten erhältliches Bild einer alten Bäuerin mit Hunden ab, die einen Mann auf ihrem Schoss tröstet. Hier kann sich der Betrachter selbst eine Geschichte ausdenken. Die drei Fliesen FKS 3 dagegen lassen keine Zweifel: Hier kämpfen zwei Boxer, hängen einander in den Armen und am Ende geht einer zu Boden. Was das im Badezimmer zu suchen hat? Nicht mehr als jedes andere Kunstwerk - und nur der Kunstliebhaber wird letzlich 35 Euro für eine einzelne, allerdings wunderschöne Fliese ausgeben.

GOLEM Künstlerfliesen von Katharina Seidlitz

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16. Oktober 2013

Wenn Salvador Dali Hände wäscht

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Eingetragen von: Erneste Appell

Die Kunstströmung des Surrealismus wurde 1919 von Max Ernst und André Breton gewissermassen erfunden und rasch wurden Manifeste von Künstlern, Autoren und Musikern bekannt. Neben Jean Arp, Luis Buñuel, Giorgio de Chirico, René Magritte, Joan Miró, Man Ray und Tristan Tzara war auch Salvador Dalí Mitglied der in der Folge gegründeten Surrealistengruppe, wobei er 1934 ausgeschlossen wurde. Neben Tieren mit überlangen Beinen, die aus kosmischen Gravitationsfeldern zu springen scheinen, sind vor allem seine wie Spiegeleier an Ecken und Kanten hängenden Uhren ein Motiv, das jedermann kennt und das noch heute in der Kunstwelt zitiert wird.

Vielleicht hatte der Designer Romano Adolini das Bild der Dalí'schen Spiegeleier im Kopf, als er das Waschbecken Una für Ceramica Flaminia entwarf. In jedem Falle bricht es mit dem traditionellen Bild von Sanitärkeramik und in Badezimmerschränken integrierten Becken. Diese sind - anders als die lappenartigen Spiegeleier Dalís - kubisch-präzise Körper, die nonchalant auf dem Waschtisch platziert scheinen. Ein zentrales Anhängsel im besten Sinne!

Ceramica Flaminia > Una

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29. Juli 2013

Stierisch heiss

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Eingetragen von: Erneste Appell

Tierisch heiss ist der Sommer. Gleiches gilt auch für TORO, einen der Heizkörper aus der Kollektion Towel radiator von CINIER. Hinter dem Namen verbirgt sich das französische Designer- und Künstlerpaar Johanne und Michel Cinier. Der TORO ist eine simple Heizfläche von 200 auf 50 Zentimetern, an welche Johanne Cinier einen wahlweise Titan- oder Bronze-metallisierten Stein in der Form von Stierhörnern angebracht hat. An diesem können die Handtücher hängen und trocknen.

Ein anderes schönes Stück der Kollektion hat ihr Gemahl gestaltet. Michel Cinier tauchte für FONDATION ab in die Welt des armierten Stahlbetons. Als Heizfläche von 185 auf 50 Zentimetern dient eine schlanke Sichtbetonfläche, aus welcher chromierte Armierungseisen skulptural herausstehen - um hier ebenfalls Handtücher oder Bademäntel zur schnellen Trocknung aufzuhängen.

CINIER Towel radiator

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13. Juli 2013

Flugmaschinen

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Eingetragen von: Erneste Appell

Fliesen sind nicht bloss eine sinnvolle Wandbekleidung, die wasserfest und daher für das Badezimmer geeignet und verbreitet ist. Sie sind auch eine schmuckhafte Oberfläche - dies jedoch nicht nur in farbigen oder gemusterten Varianten und als Mosaike, sondern auch als bemalte Objekte. Ein gelungenes Beispiel hierfür sind die Macchine Volanti 1, die fliegenden Maschinen des italienischen Designers Piero Fornasetti. Der von Gio Ponti als «waschechter Italiener» bezeichnete Tausendsasser stammt aus Mailand und verdingte sich in seinem schöpferisch rastlosen Leben als Maler, Bildhauer, Innenarchitekt, Kunstbuch-Gestalter, Bühnenbildner, Kostumdesigner, Ausstellungsmacher und Erfinder von über elftausend Objekten vom Kleiderknopf bis zu Interieurs von Ozeandampfern. Dabei verarbeitete er Stoffe, Glas, Metalle, Lack, Porzellan und Vieles mehr. Sein Sohn Piero hütet derzeit das kostbare Erbe seines Vaters und lässt dessen Entwürfe von zeitgenössischen Herstellern widerauferstehen. Mit Erfolg - denn die Macchine Volanti 1 für Bardelli sind ein wahrer Augenschmaus, egal ob als dichtes Band, als lose verstreute Flugschar oder als einzelner Hingucker.

Bardelli Macchine Volanti 1

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3. April 2013

Objekt der Woche: GOLEM Kunst und Baukeramik

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Eingetragen von: Erneste Appell

Es gibt so viele Firmen, die das Gleiche tun und so wenige, die wirklich einzigartig sind. Zur letzten Kategorie zählt die GOLEM Kunst und Baukeramik AG. Diese hatte sich ursprünglich Sonderfertigungen für die Sanierung historischer Bauten verschrieben und an die Kultur des Backsteinbaus angeknüpft, die vom neolithischen Lehmbauten über die mesopotamischen und römischen Lehmziegelarchitekturen sowie über die neogeotische Backsteinarchitektur Europas, den Historismus, den Klassizismus Karl Friedrich Schinkels und expressionistische Jugenstilarchitekturen bis in die Gegenwart reicht. Der einfachste Weg um bei derartigen Restaurierungsarbeiten zu einem denkmalpflegerisch zufriedenstellenden Resultat zu gelangen ist ganz einfach: möglichst originalgetreu zu produzieren. Dass GOLEM dies kann, bewies das Unternehmen bei einer Vielzahl bedeutender Bauwerke: unter anderem beim Londoner Warenlager von Harrod's, bei der Wiener U-Bahn-Station Schönbrunn, beim Weimarer UNESCO-Weltkulturerbe der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, beim Lübecker Holstentor, beim Jägerhof in Leipzig, beim Schinkelturm in Letschin und in Berlin gleich dreimal - in den Hackeschen Höfen, am Neuen Museum und für die Musterfassade der allenfalls wiederaufzubauenden Bauakademie von Karl Friedrich Schinkel, dem Backsteinmonument schlichthin, das auch als Keimzelle der Moderne gilt.

Von hier aus war der Schritt des Unternehmens hin zur Serienproduktion in traditioneller Handwerkstechnik nicht mehr weit. Es spezialisierte sich dabei zunehmend auf zwischen 1897 und 1910 entworfene Jugendstilfliesen, die von Hand gefärbt und gebrannt durch die leichte Unregelmässigkeit einen individuellen Charme erhalten. Sie sind lebendig und gewinnen durch die mit dem Alterungsprozess verbundene, feine Rissbildung (Craquelé) bloss noch an ausdrucksstarker Patina. Bei den Motiven handelt es sich einerseits um vormalige Produktionen der Werke Boizenburg, DTAG, Meißen, Offstein, Schmider, Utzenschneidel und Villeroy & Boch, andererseits um Entwürfe von Künstlern wie Peter Behrens, Hans Duensing, Georg Schmider, Ernst Teichert, Henry van der Velde oder Louis Wessel. Bei dieser eindrucksvollen Liste schlägt jedem Kunstgeschichtler wahrlich das Herz höher und so lässt sich denn auch aus einer schier unendlichen Zahl von Fliesen auswählen. Einige Beispiele der kombinierten Wand- oder Bodengestaltung sind hier abgebildet.

Neben den schmuckhaften Fliesen mit Jugendstilmotiven bietet der Hersteller noch zweierlei: Einfarbige Fliesen, die durch die Vielzahl erhältlicher Farben zu wirkungsvollen Pixelbildern kombiniert werden können und ebenso wie die Motivfliesen einen leicht «unperfekten», charmanten Farbverlauf aufweisen. Und darüber hinaus Fliesen von zeitgenössischen Künstlern, wovon die zuunterst abgebildeten Entwürfe der jüngst verstorbenen Görlitzerin Crista Cremer am überzeugendsten sind.

Kurz und bündig: Der Hersteller GOLEM kann wertvolle Monumente ergänzen und bietet darüber hinaus für den Privatgebrauch eine wahrhaft endlose Palette an Fliesen, die im Entwurf und in der Fertigungstechnik dem originalen Jugendstil zuzuordnen sind. Ein wahrer Fund!

... einige Beispiele der Wandgestaltung:

... einige Beispiele der Bodengestaltung:

... einige Fliesen von Crista Cremer:

GOLEM Kunst und Baukeramik

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16. April 2012

Kunstwerke

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Eingetragen von: Erneste Appell

Der Anspruch ist klar, wenn man eine Fliesenkollektion Artworks nennt: Kunstwerke sollen es sein, einzigartig und hochwertig verarbeitet. Dass dies beim Hersteller Traditional Bathrooms nun wenig mit der Konzeptkunst des jungen Jahrtausends zu tun hat, sondern vielmehr mit kunstgeschichtlichen Stilepochen der Vergangenheit, versteht sich von selbst. So sind es denn auch plastische Fliesen, die an Gesimsbänder und Giebelprofile der Renaissance erinnern und die Oberfläche dergestalt gliedern. Das Ambiente ist dabei weniger höfisch als landhäuslich rustikal - doch kunstvoll sind die Stücke allemal.

Traditional Bathrooms - Wandfliesen Artworks

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9. Dezember 2010

Baden mit Monroe

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Eingetragen von: Erneste Appell

Aktuell mögen abhängig von der Generation des Betrachters andere Damen an erster Stelle stehen aber von den Ikonen ist es lediglich Geschmacksfrage, ob das Vollweib Marilyn Monroe, die zart-elegante Audrey Hepburn, die verruchte Brigitte Bardot oder das Barbarella-Spacegirl Jane Fonda die Traumfrau verkörpern. Wer ersterer nachtrauert und gerne einmal mit ihr gebadet hätte, kann sich diesen Wunsch auf etwas abstrakterer Ebene erfüllen. Die italienische SICIS hat eine umfangreiche Marilyn Monroe Limited Edition herausgebracht, Mosaike in verschiedenen Grössen, die stets in Schwarzweiss und mit höchstens einer Farbe daherkommen. Definitiv ein Eyecatcher und wie unten zu sehen ist nicht nur im Badezimmer zu verwenden. Definitiv eine gute Alternative zu den zahllosen Andy-Warhol-Reprints!

SICIS Marilyn Monroe Limited Edition

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20. September 2010

Zufall

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Eingetragen von: Erneste Appell

Ob als intuitives Moment, göttliche Eingebung oder Inspiration klassifiziert - der Zufall als konstitutives Element im Gestaltungsprozess ist omnipräsent. In Kunst und Design wird dies seit längerem bewusst verwendet, so auch in den found space tiles, welche die junge deutsche Designerin Staphanie Davidson für den holländischen Keramikproduzenten cor unum entworfen hat.

Die Entwurfsleistung bezieht sich hierbei jedoch nicht auf die konkrete Form sondern auf den Prozess der Formfindung. Durch zufälliges Sich-Hinein-Drücken oder Anlehnen in eine Gipsform wurden die verschiedenen dreidimensional-skulpturalen Fliesenkörper geschaffen, welche im Rahmen von Davidsons touchy-feely-Projekt eine körperhafte Haptik in den Wohnraum tragen sollen. Die so entstandenen, textil wirkenden Objekte sind sicherlich - auch wenn sie je nach Positionierung als Ablageflächen dienen können - in der Regel nutzlos. Als wasserbeständige, im Kontext eines gefliesten Badezimmers passend wirkende Kunstwerke dienen die found space tiles immerhin dem optischem Genuss und vermögen Staunen, Schmunzeln und verwirrte Blicke hervorzurufen.

cor unum touchy-feely

Bewertung: 3.9 von 9 Benutzern

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11. November 2009

Objekt der Woche: Marcel Duchamps Fountain

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Eingetragen von: Erneste Appell

Eigentlich ist das hier abgebildete Urinal eher ein Objekt des Jahrhunderts denn der Woche, ist dieses einzigartige Modell Bedfordshire der Firma J.L. Mott Iron Works aus New York doch das mit Abstand berühmteste Urinal der Welt. Unter dem Namen Fountain (engl. Spingbrunnen aber auch Ursprung) stellte es der französische Künstler Marcel Duchamps, eine Ikone der frühen Konzeptkunst, 1917 im New Yorker Grand Central Palace aus. Beziehungsweise nicht aus. Das einfache, unbehandelte Stück, um 90 Grad gedreht und mit dem fiktiven Namen R. Mutt und der Jahreszahl beschriftet, war nämlich das einzige von etwa 2.500 Kunstwerken, welches bei der Ausstellung nicht gezeigt wurde - und dies, wo doch die Statuten der just zuvor gegründeten Society of Independent Artists eine komplette Freiheit von Zensur und die ultimative Freiheit und Souveränität des Künstlers proklamiert hatten.

Dies ist die Geburtsstunde des Readymade, des objet trouvé: Duchamps hatte die Society ausgetrickst und die erste Kunst gemacht, die schon gemacht war - und zwar nicht vom Künstler selbst. Dieser subversive Akt löste in der Folge grosse Diskussionen aus, das Objekt, seine Beschriftung und die Bedeutung Duchamps Handelns wurden vielfach und ausführlich interpretiert. Heutzutage herrscht zwar Einigkeit - zumindest in der Kunstwelt - darüber, dass das Readymade durch die Auswahl, Inszenierung, Verformung oder Benennung des Künstlers zum Kunstobjekt werden kann, es bedurfte jedoch eines einfachen, weissen Prozellanurinals um diese Veränderung in den vermeintlich kreativen, abstrakt denkenden Köpfen von 1917 auszulösen.

Bewertung: 3.4 von 9 Benutzern

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