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29. April 2012

Beton die Vierte

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Eingetragen von: Erneste Appell

Gore ist englisch für Blut, gory details sind die prekären Details im Boulevard-Journalismus, Splatter- und Gore-Movies sind blutrünstige Zombie- und Psychokiller-Filme in billiger Machart. Doch mit alledem hat der Hersteller Gore Design wenig zu tun, produziert er doch zumeist klinisch reine, weisse und glatte Objekte. Darunter sind Möbel und Kamine, Ablageflächen aller Art und: Waschbecken aus Beton.

Das Besondere an den Erosion Sinks ist die Verbindung der kubischen Aussenform mit der darin eingeschlossenen organischen Freiform. Diese ist bei jedem Waschbecken anders und erinnert stets an die Schichten von Sedimentgestein, die sichtbar werden, wenn ein Fluss sich über die Jahrhunderte durch den Felsen frisst. Erosion Sinks sind kleine, individuelle Canyons für daheim, die domestizierte und versteinerte Natur. Dazu die an die Eiffelturm-Basis des Miller Chairs von Charles und Ray Eames erinnernde, filigrane Unterkonstruktion der massiven Steinplatte: Erstklassiges Design. 10 Punkte.

Gore Design - Erosion Sink

Bewertung: 3.1 von 52 Benutzern

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23. November 2011

Objekt(e) der Woche: inbani KA

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Eingetragen von: Erneste Appell

 

Modularität ist ein alter Hut in der Designgeschichte, man möchte sagen ein toter Hund oder ein in den 1960ern und 1970ern totgerittenes Pferd. Sicherlich, es gibt Gegenbeispiele, aber meist führt Modularität zu Gleichförmigkeit, zu Langweiligem oder Banalem.

Dass es anders geht, zeigt die Kollektion KA, die Francesc Rife für die spanische inbani entworfen hat. Hier passen die 'Module' zusammen, sind jedoch nicht immer gleich hoch, gleich tief oder gleich breit. So ergeben sich vielfältige Kombinationsmöglichkeiten, ein potentiell endloses dynamisches Spiel. Reizvoll ist zudem der Gegensatz, den die organischen Formen aus Gussharz von Waschbecken und Badewanne zur ansonsten streng im rechten Winkel gehaltenen Kollektion aufbauen.

 

 

inbani Ka

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28. Oktober 2011

Zuber 2.0

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Eingetragen von: Erneste Appell

Was macht einen Zuber aus? Richtig, er ist klein und hoch, mehr ein Waschbottich zum Sitzen als eine Badewanne zum Liegen. Der Zuber von treos versucht nun, die Vorteile beider zu vereinen. Mit 140x140 cm ist die freistehende Wanne zwar kürzer, dafür aber breiter als eine herkömmliche Badewanne, mit 70 cm aber definitiv tiefer - so können problemlos zwei Personen untertauchen. Überzeugend sind dabei auch Form und Materialmix: Der weisse Kubus aus zeitgemässem Mineralwerkstoff kontrastiert mit der als einfache Bank ausgeführten Stufe. Letztere ist ebenso wie die verschiebbare Ablagefläche aus massivem Eichenholz ausgeführt und so kontrastiert die natürliche Holzoberfläche mit dem modernen, perfekt gleichmässigen und weissen Mineralwerkstoff.

treos Zuber

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26. Oktober 2011

Objekt der Woche: Not Only White FRAME

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Eingetragen von: Erneste Appell

Not Only White ist ein kleines aber feines Designstudio von Marike Andeweg, das versucht - der Name sagt es - die Stereotypen im Badezimmer zu überwinden. Nun gibt es FRAME zwar auch in schwarz, jedoch überzeugt es in weiss am meisten. Aber der Firmenname ist als Idee, nicht als wortwörtliche Suche nach Farbe zu verstehen - und die Idee überzeugt: Eine weich fliessende Waschbecken-From aus acrylischem Kunststein (Himacs) kontrastiert mit einem simplen, kubischen Metallrahmen, der dieses fasst und gleichzeitig auf einfache Art und Weise eine Ablagefläche bildet. Unbekannt und vielleicht nicht in den richtigen kommerziellen Kanälen platziert, hätte FRAME jedoch rein gestalterisch das Zeug zum Klassiker!

Not Only White FRAME

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4. September 2011

Zur Psychologie von Holz und Keramik

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Eingetragen von: Erneste Appell

Die Nachhaltigkeitsdiskussion, der Überdruss der Plastik-Wegwerfgesellschaft, die Zweifel durch die Weltwirtschaftskrise: Alles Faktoren die neben einer sich aufbäumend-technizistischen Ästhetik à la Zaha Hadid zunehmend zu einer ruhigeren und natürlicheren Formensprache führen. So sind natürliche Materialien längst auch im Badezimmer angekommen und Holzwaschbecken gibt es heutzutage immer häufiger. Doch auch im Wissen um tadellose - meist allerdings wieder eher chemisch hergestellte - Versieglungen fühlt sich mancher bei der Kombination von Holz und Wasser unweigerlich an morsche Pfeiler von Bootsstegen und Balken undichter Dachstühle erinnert und so bleibt eine gefühlte Unsicherheit. Nicht zuletzt verkörpert Weiss seit Jahrtausenden die absolute (auch moralische) Reinheit und ist daher für das Badezimmer als Ort der menschlichen Körperhygiene die Farbe schlechthin.

Ähnlich wie nun in manchen S-Bahnen, bei denen es gar keine gewalttätigen Vorfälle gab, Securitypersonal eingesetzt wird, um das 'subjektive Sicherheitsempfinden' zu steigern, mögen die Designer von domovari nun dem Holzwaschbecken ein weisses Topping verpasst haben - um auch den letzten Holzwaschbecken-Zweifler zum Käufer zu machen. Vielleicht waren die Überlegungen auch viel einfacher: Weiss verträgt sich mit jeder anderen Farbe, bildet einen schönen Kontrast zum dunklen Holz und das Wechselspiel von entmaterialisiertem Weiss und der natürlichen Holzstruktur ist schlichtweg schön.

domovari basins

Bewertung: 5.0 von 2 Benutzern

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