Piet Mondrian ist einer der grossen Maler des frühen 20. Jahrhunderts. Ab etwa 1921 tauchten in den Bildern des Niederländers die Primärfarben rot, gelb und blau sowie die Nicht-Farben schwarz und weiss auf. In Verbindung mit einer geometrischen Anordnung, sozusagen purer Komposition, ohne jeden Willen, etwas darzustellen, schrieb er sich in der Folge in die Geschichte ein. Er schuf die Stilrichtung des Neoplastizismus, wird dem niederländischen Konstruktivismus zugeordnet und gilt als Vertreter der von Theo von Doesburg so bezeichneten Konkreten Kunst. Diese wird als konkret bezeichnet, weil sie nichts abbildet, sich zum Vorbild nimmt und abstrahiert. Konkrete Bilder sind nur sich selbst, reines Spiel von Form und Farbe. Aus ebenjenem Grund gilt Mondrian jedoch auch als Begründer der abstrakten Malerei, gemeinsam mit Leuten wie Wassily Kandinsky und Kasimir Malewitsch. Ob Mondrians Kunst nun konkret oder abstrakt ist, hängt also primär mit dem Verständnis dieser Begriffe, also vom intellektuellen Standpunkt des Betrachters ab. In jedem Falle ist sie nichtnachahmend und -abbildend, elementar.
Mondrians Bilder inspirierten schon damals Architekten, wie Le Corbusier oder den Landsmann Gerrit Rietveld, die in den rechteckigen Kompositionen in primären Farben die Einfachheit und Ordnung der industrialisierten, rationalisierten Welt sahen. Heute kann man hierzu stehen wie man möchte, der rechte Winkel bleibt das Symbol menschlicher Kultur gegenüber der Natur schlechthin und die drei Grundfarben (rot, gelb, blau) und Licht (schwarz als komplette Abwesenheit, weiss als maximale Helligkeit) die Grundlagen jeder Wahrnehmung.
Fraglos inspiriert von den Gemälden Mondrians kreierte der Hersteller ANB das Regalsystem unicatum. Ohne jegliches Werkzeug können hier Flächen verschiedenen Formats kombiniert werden - Breiten von 48, 79, 127, 206 cm und Höhen von 15.5 (CDs), 26 (Bücher), 33 (Ordner) cm sind erhältlich. Neben schwarzem oder naturfarbenem MDF, das beidseits in weiss oder bordeaux-rot belegt geordert werden kann, gibt es auch CNC-gefräste Gläser mit abgerundeten Ecken, diese jedoch über rot, gelb und blau hinaus auch in schwarz, silber, weiss, grün, orange, fuchsia, verspiegelt oder glasklar. Aus diesem System lassen sich also an jeden erdenklichen Ort und für jeden Zweck Regale zusammenkombinieren, egal ob sie nun farblich an Mondrian erinnern oder nicht - ob sie in eine klare Form gefasst sind oder «ausfransen», ob sie mit Primärfarben oder Mischfarben spielen ist einerlei: Hier wird nicht einer nach Universallösungen suchenden, klassischen Moderne gehuldigt, sondern einer (zumindest vermeintlich) individualisierten Gegenwart. Der Modul- und Systemgedanke hierzu kommt jedoch durchaus aus der Zeit Mondrians...
anb unicatum