"Egal ob sie Objekte, Häuser, Räume oder Atmosphären entwerfen, ihr Ansatz bleibt stets gleich: Fundamental sind sorgfältig ausgewählte Materialien, Augenmerk auf Details - und auf das Licht, das definierende Element der Projekte. Durch subtile Alchemie von Form und Materie vermitteln ihre Projekte Senesationen, Gleichgewicht zwischen Qualität des Materials und formaler Reinheit: Rafinesse im Detail und chromatische Nüchternheit führen vereint zu einem harmonischen Stil, der Mode überlebt und der Zeit trotzt.»
Mit diesen Worten beschreibt der Hersteller TOSCOQUATTRO die zwei Florentiner Architektinnen Annunziata Forte und Cristina Di Marzio, die den Waschtisch Sixty entworfen haben. Doch wie zeitlos, sensationell und clever im Detail ist das gute Stück? Fraglos fällt die Grundidee auf, ein quadratischer Rahmen, der nach oben hin ein schlankes Waschbecken beinhaltet. Die gleichbleibende Breite auf den Seiten und nach unten hin wirkt demgegenüber etwas schematisch und dürfte mehr Luft als Abflusstechnik beinhalten und es fragt sich, ob hier nicht zusätzliche Funktionen hätten untergebracht werden können.
Der Name Sixty spielt mit den 1960ern, einer Periode des Designs, in der alles aus Plastik, rund, bunt und glänzend war. Es war die Zeit der Mondlandung, der Emanzipation und des ungebändigten Wachstums. Die Ecken des Sixty sind in typischer Sixties-Manier abgerundet, die Farben sind jedoch klar zurückhaltender und auch scheint die Form eher einem typisch zeitgenössischen Minimalismus zu huldigen als den wilden Sechzigern. Auch bezüglich der Materialität ist das Waschbecken zurückhaltend und kombiniert weissen Mineralwerkstoff mit Chromstahl - beides omnipräsente Materialien in heutigen Badezimmern. Die Metallteile selbst sind allerdings äusserst speziell: Die dünne Blechablage in der Mitte des Waschtischs macht das grosse Loch als Regal nutzbar und gibt dem ansonsten völlig symmetrischen Objekt kompositorische Spannung. Es ist gleichsam ein dünnes, hartes Echo der Gesamtform. Eine weitere Metallplatte hält mitten im Waschbecken einen Seifenspender und ein Glas - ein kreatives Novum, dank welchem zumindest die wichtigsten der typischerweise auf einem Waschbecken abgestellten Gegenstände im Becken selbst «versteckt» werden.
Der Sixty ist ein Waschtisch, der Waschbecken, Ablage, Seifenspender und Glas in einer schlüssigen Formensprache vereint. Er ist fraglos ein Hingucker, doch vielleicht etwas gar formal und ein wenig mutlos entworfen. Er hätte in der Form und der Materialität durchaus dynamischer und neuartiger sein können, dennoch: ein schönes Stück.
TOSCOQUATTRO Sixty