Spas, Whirlpools und –wannen, Dampfduschen und vieles mehr – heutzutage vermag der Hausbesitzer kleine Wellnessbereiche zu schaffen, wovon früher nur zu träumen gewesen wäre. Doch manches ist keine Frage der Technik sondern des Platzes. So beispielsweise das Hamam, die öffentliche islamische Badeanstalt, welche glücklicherweise zunehmend Verbreitung in unseren Breitengraden findet.
Grundidee der seit dem dritten Jahrhundert nach Christus entwickelten Badekultur ist die Abfolge verschieden temperierter Räume – dies fördert die Durchblutung und einen stabilen Kreislauf. Ausgehend von einem moderaten, großen Mittelraum (Maslak) mit einer runden Liegefläche aus Marmor, dem Nabelstein, sind Dampfbäder verschiedenster Temperaturen angeschlossen; teils mit zentralem Wasserbecken oder kleineren Waschbecken mit wärmerem oder kälterem Wasser, welches über den ganzen Körper gegossen wird.
Ursprünglich war das Hamam entweder in getrenntgeschlechtliche Bereiche aufgeteilt oder stand Mann und Frau zu je verschiedenen Zeiten zur Verfügung. In Mitteleuropa ist diese Regelung oft gelockert, nichtsdestotrotz ist das Hamam ein Ort der Entspannung und es gilt Zärtlichkeiten zu vermeiden und ein Pestemal (Lendentuch) zu tragen. Einzig in den nicht immer vorhandenen Seifenbadbereichen oder bei speziellen Massagen, kann das Pestemal abgelegt werden.
Ohne solche Massagen ist ein gewöhnlicher Hamam-Rundgang incl. zu empfehlender Ruhephase im Anschluss in etwa 90 Minuten zu absolvieren und somit auch nach einem gewöhnlichen Arbeitstag zu „bewältigen“... und was haben Sie morgen Abend vor?