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17. Mai 2013

Filz!

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Eingetragen von: Erneste Appell

Nachdem die Metallverarbeitung während der Frühindustrialisierung zu neuen Qualitäten gefunden hatte und preiswerter wurde, erhielt Metall Einzug in die Welt der alltäglichen Produkte und verdrängte das bis dahin dominierende Holz. Ähnliches passierte nach dem zweiten Weltkrieg, als Kunststoffe den Massenmarkt eroberten - die Siebziger mit ihren knallbunten Plastikprodukten verdeutlichen dies. In den letzten Jahren ist nun eine Renaissance natürlicher Materialien wie Holz, Stein und Leder festzustellen, die bei zeitgenössischen Produkten nahtloser, puristischer als zuvor und keineswegs rustikalisierend zum Einsatz kommen.

Auch Filz ist ein altes Material und wird von manchen traditionsreichen Hutmanufakturen noch immer verarbeitet, doch aus dem Markt der Massengüter war es längst verschwunden. In den letzten Jahren kehrt es zurück: in Form von Laptoptaschen, Iphone-Hüllen oder Rucksäcken. Der deutsche Hersteller Hey-Sign zeigt nun, dass noch viel mehr möglich ist und produziert so ziemlich alles, was ihm in den Sinn zu kommen scheint - von der Yogamatte über Mousepads udn Weihnachtsschmuck bis zu Tischsets und Sitzkissen. Unter all den Stücken finden sich auch Wäschekörbe in der Grösse von 35 x 27 x 75 Zentimeter. Sei sind in vielen Farben erhältlich, tragen den Schriftzug «LAUNDRY» und auf der Rückseite steht je nach Wunsch «30 GRAD», «60 GRAD» oder «90 GRAD». Wer ganz freundlich fragt, könnte eventuell auch seinen ganz persönlichen 40-Grad-Wäschekorb erhalten..

Hey-Sign Laundry Basket

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2. Mai 2013

Gestatten, Edvard.

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Eingetragen von: Erneste Appell

Der erfolgreiche Designer Jean-François d’Or bezieht sich bei seinem Spiegel namens EDVARD auf den norwegischen Maler Edvard Munch, der jenen Schrei (das in vielen Variationen ausgeführte Bild «Der Schrei») malte, der Ende 2005 bei einem bewaffneten Überfall aus dem Osloer Munch-Museum geraubt worden war und zwei Jahre später wieder auftauchte - das Ende eines Krimis um amateurhafte Kunsträuber, die schlicht nicht fähig waren, ein 75 Millionen Dollar teures Gemälde an jemanden zu verkaufen, der es nicht auch hätte zeigen wollen.

Vermutlich hat EDVARD dennoch nicht viel mit seinem Namensgeber zu tun und die runde Form des Spiegels für den Hersteller über den rund aufgerissenen Mund des Gemäldes herzuleiten, wäre wohl eine höchst konstruierte Leseart. Vermutlich ist Jean-François d’Or vielmehr Munch-Fan, hat einen schönen Spiegel für reflect+ entworfen und ihn unbedarft nach dem geschätzten Maler benannt. Was sich dahinter verbirgt: Ein in schwarz und weiss, sowie auf Bestellung in jeder RAL-Farbe erhältlicher, kreisrunder Spiegel in zwei verschiedenen Grössen. 30 oder 70 Zentimeter Durchmesser misst EDVARD, 18 oder 24 Zentimeter Tiefe. Somit kommt er auf ein stolezes Kampfgewicht von 1.5 oder 13 Kilogramm. Und wie die Bilder zeigen, ist die konische Neigung durchaus praktisch: Wandhängig kann er als Handtuchhalter benutzt werden, ansonsten kann man ihn gleich einer Schüssel auf den Boden stellen oder auf die Schrägseite - eine kreative und neuartige Interpretation loftartig an die Wand gelehnter Spiegel.

reflect+ edvard

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27. April 2013

Objekt(e) der Woche: Arblu Tulip

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Eingetragen von: Erneste Appell

Oft sind es die freistehenden Objekte einer Kollektion, zumeist Waschbecken und Badewannen, die als skulpturale Objekte die Hingucker und Aushängeschilder sind - nicht so bei Tulip vom italienischen Hersteller Arblu. Zwar sind auch diese Objekte durchaus überzeugend, doch wollen wir an dieser Stelle das Augenmerk auf die aussergewöhnlichen Möbel und Zubehörkomponenten lenken. Allen voran überzeugen die aus gebogenem und in der Breite variierendem Blech geformten Ablageflächen sowie der WC-Rollen- und Handtuchhalter. Ebenso wie die anderen Stücke sind diese in sämtlichen RAL-Farben, teils auch zweifarbig erhältlich.

Das dünne Blech setzt sich auch in den Möbeln fort. Zunächst als geschickter Drehschrank (zweites Bild), der einen schmalen hohen Spielel mit einem Ablageregal verbindet, wobei das filigrane Blech die gesamte Komposition zurückhaltend rahmt. Ferner als Rollcontainer mit zwei innenliegenden Ablagen sowie einer auch für grössere Dinge geeigneten Ablagefläche zuoberst. Hier formt das Blech eine Aussparung und zugleich einen praktischen Griff, mittels dem sich das gute Stück einfach hin- und herschieben lässt. Beim Spiegelschrank setzt sich die Formensprache aus geraden Linien und klaren Radien fort, wodurch der Spiegelschrank einfach zu öffnen ist und neben verdeckten Regalflächen auch eine offene Ablage ausbildet (Rollcontainer und Spiegelschrank auf dem dritten Bild). Und schliesslich ist auch der Waschtisch, auf den das elegant geneigte, zweifarbige Becken aus Tecnoblu (ein Mineralwerkstoff) passt, als simple Blechkomposition ausgeführt, die eine Ablage nach unten hin und einen seitlichen Handtuchhalter ausbildet. So einfach kann es gehen: Ein Material, eine präzise und konsistente Formensprache und Farben nach Wahl! 10 Punkte!

Arblu Tulip

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27. April 2013

Der Mondrian-Regalbaukasten

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Eingetragen von: Erneste Appell

Piet Mondrian ist einer der grossen Maler des frühen 20. Jahrhunderts. Ab etwa 1921 tauchten in den Bildern des Niederländers die Primärfarben rot, gelb und blau sowie die Nicht-Farben schwarz und weiss auf. In Verbindung mit einer geometrischen Anordnung, sozusagen purer Komposition, ohne jeden Willen, etwas darzustellen, schrieb er sich in der Folge in die Geschichte ein. Er schuf die Stilrichtung des Neoplastizismus, wird dem niederländischen Konstruktivismus zugeordnet und gilt als Vertreter der von Theo von Doesburg so bezeichneten Konkreten Kunst. Diese wird als konkret bezeichnet, weil sie nichts abbildet, sich zum Vorbild nimmt und abstrahiert. Konkrete Bilder sind nur sich selbst, reines Spiel von Form und Farbe. Aus ebenjenem Grund gilt Mondrian jedoch auch als Begründer der abstrakten Malerei, gemeinsam mit Leuten wie Wassily Kandinsky und Kasimir Malewitsch. Ob Mondrians Kunst nun konkret oder abstrakt ist, hängt also primär mit dem Verständnis dieser Begriffe, also vom intellektuellen Standpunkt des Betrachters ab. In jedem Falle ist sie nichtnachahmend und -abbildend, elementar.

Mondrians Bilder inspirierten schon damals Architekten, wie Le Corbusier oder den Landsmann Gerrit Rietveld, die in den rechteckigen Kompositionen in primären Farben die Einfachheit und Ordnung der industrialisierten, rationalisierten Welt sahen. Heute kann man hierzu stehen wie man möchte, der rechte Winkel bleibt das Symbol menschlicher Kultur gegenüber der Natur schlechthin und die drei Grundfarben (rot, gelb, blau) und Licht (schwarz als komplette Abwesenheit, weiss als maximale Helligkeit) die Grundlagen jeder Wahrnehmung.

Fraglos inspiriert von den Gemälden Mondrians kreierte der Hersteller ANB das Regalsystem unicatum. Ohne jegliches Werkzeug können hier Flächen verschiedenen Formats kombiniert werden - Breiten von 48, 79, 127, 206 cm und Höhen von 15.5 (CDs), 26 (Bücher), 33 (Ordner) cm sind erhältlich. Neben schwarzem oder naturfarbenem MDF, das beidseits in weiss oder bordeaux-rot belegt geordert werden kann, gibt es auch CNC-gefräste Gläser mit abgerundeten Ecken, diese jedoch über rot, gelb und blau hinaus auch in schwarz, silber, weiss, grün, orange, fuchsia, verspiegelt oder glasklar. Aus diesem System lassen sich also an jeden erdenklichen Ort und für jeden Zweck Regale zusammenkombinieren, egal ob sie nun farblich an Mondrian erinnern oder nicht - ob sie in eine klare Form gefasst sind oder «ausfransen», ob sie mit Primärfarben oder Mischfarben spielen ist einerlei: Hier wird nicht einer nach Universallösungen suchenden, klassischen Moderne gehuldigt, sondern einer (zumindest vermeintlich) individualisierten Gegenwart. Der Modul- und Systemgedanke hierzu kommt jedoch durchaus aus der Zeit Mondrians...

anb unicatum

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24. April 2013

Kleine Steinchen, grosse Wirkung

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Eingetragen von: Erneste Appell

Eine Geschichte ist ein Mosaik, zusammengesetzt aus Steinchen eigenständiger und doch untrennbarer Bedeutungen. Die Geschichte des Mosaiks ist daher das Mosaik schlechthin, von dem auch Appiani mit seiner seit 1874 lebendigen Tradition ein Bestandteil ist. Klein. Groß. Diese Tradition ergänzt Appiani mit Opera um ein wichtiges Steinchen.»

Mit diesen Worten beschreibt der Fliesenproduzent appiani die Mosaik-Serie textures. Im Monopressocottura-Verfahren produziert - dies bedeutet ein Einzelpressen der Steinchen mit Einbrand - bieten diese unzählige Kombinationsmöglichkeiten, deren Wirkung nicht nur von den Farben abhängt, sondern eben von der Anordnung der einzelnen Steine im Verband. Vier Beispiele hierfür stellt der Hersteller in je zwei verschiedenen Farbigkeiten vor. Von unten nach oben: arabesque, cancellata, damasco und virgole.

appiani textures

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17. April 2013

Bunt!

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Eingetragen von: Erneste Appell

Waschbecken gibt es in allen Formen aber farblich sieht das Ganze doch recht eintönig aus. Weiss, weiss, weiss ist die Farbe der Sauberkeit und der Unschuld. Manche kontrastieren in typisch moderner Manier mit schwarz und ansonsten gibt es allenfalls Naturstein- oder Chromstahl-Becken. Der Hersteller aquabrass hat nun eine Linie namens sculpted glass basins auf den Markt gebracht, die hier diesen status quo hinterfragt. Malerisch oder ornamental bedruckt, mit Strukturen, an Steine oder einen Laubwald erinnernde Strukturen in meist gemässigten Farben können definitiv für einen wohltuenden Akzent im Badezimmer sorgen.

aquabrass sculpted glass basins

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3. April 2013

Objekt der Woche: GOLEM Kunst und Baukeramik

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Eingetragen von: Erneste Appell

Es gibt so viele Firmen, die das Gleiche tun und so wenige, die wirklich einzigartig sind. Zur letzten Kategorie zählt die GOLEM Kunst und Baukeramik AG. Diese hatte sich ursprünglich Sonderfertigungen für die Sanierung historischer Bauten verschrieben und an die Kultur des Backsteinbaus angeknüpft, die vom neolithischen Lehmbauten über die mesopotamischen und römischen Lehmziegelarchitekturen sowie über die neogeotische Backsteinarchitektur Europas, den Historismus, den Klassizismus Karl Friedrich Schinkels und expressionistische Jugenstilarchitekturen bis in die Gegenwart reicht. Der einfachste Weg um bei derartigen Restaurierungsarbeiten zu einem denkmalpflegerisch zufriedenstellenden Resultat zu gelangen ist ganz einfach: möglichst originalgetreu zu produzieren. Dass GOLEM dies kann, bewies das Unternehmen bei einer Vielzahl bedeutender Bauwerke: unter anderem beim Londoner Warenlager von Harrod's, bei der Wiener U-Bahn-Station Schönbrunn, beim Weimarer UNESCO-Weltkulturerbe der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, beim Lübecker Holstentor, beim Jägerhof in Leipzig, beim Schinkelturm in Letschin und in Berlin gleich dreimal - in den Hackeschen Höfen, am Neuen Museum und für die Musterfassade der allenfalls wiederaufzubauenden Bauakademie von Karl Friedrich Schinkel, dem Backsteinmonument schlichthin, das auch als Keimzelle der Moderne gilt.

Von hier aus war der Schritt des Unternehmens hin zur Serienproduktion in traditioneller Handwerkstechnik nicht mehr weit. Es spezialisierte sich dabei zunehmend auf zwischen 1897 und 1910 entworfene Jugendstilfliesen, die von Hand gefärbt und gebrannt durch die leichte Unregelmässigkeit einen individuellen Charme erhalten. Sie sind lebendig und gewinnen durch die mit dem Alterungsprozess verbundene, feine Rissbildung (Craquelé) bloss noch an ausdrucksstarker Patina. Bei den Motiven handelt es sich einerseits um vormalige Produktionen der Werke Boizenburg, DTAG, Meißen, Offstein, Schmider, Utzenschneidel und Villeroy & Boch, andererseits um Entwürfe von Künstlern wie Peter Behrens, Hans Duensing, Georg Schmider, Ernst Teichert, Henry van der Velde oder Louis Wessel. Bei dieser eindrucksvollen Liste schlägt jedem Kunstgeschichtler wahrlich das Herz höher und so lässt sich denn auch aus einer schier unendlichen Zahl von Fliesen auswählen. Einige Beispiele der kombinierten Wand- oder Bodengestaltung sind hier abgebildet.

Neben den schmuckhaften Fliesen mit Jugendstilmotiven bietet der Hersteller noch zweierlei: Einfarbige Fliesen, die durch die Vielzahl erhältlicher Farben zu wirkungsvollen Pixelbildern kombiniert werden können und ebenso wie die Motivfliesen einen leicht «unperfekten», charmanten Farbverlauf aufweisen. Und darüber hinaus Fliesen von zeitgenössischen Künstlern, wovon die zuunterst abgebildeten Entwürfe der jüngst verstorbenen Görlitzerin Crista Cremer am überzeugendsten sind.

Kurz und bündig: Der Hersteller GOLEM kann wertvolle Monumente ergänzen und bietet darüber hinaus für den Privatgebrauch eine wahrhaft endlose Palette an Fliesen, die im Entwurf und in der Fertigungstechnik dem originalen Jugendstil zuzuordnen sind. Ein wahrer Fund!

... einige Beispiele der Wandgestaltung:

... einige Beispiele der Bodengestaltung:

... einige Fliesen von Crista Cremer:

GOLEM Kunst und Baukeramik

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20. März 2013

Bunt und kreativ

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Eingetragen von: Erneste Appell

Ein rundes Waschbecken ist kaum der Rede wert. Der Verzicht auf einen herkömmlichen Ablauf, der durch einen schattenfugenartigen Ring am Boden des Beckens ersetzt wird, schon eher. Der wahre Hingucker bei den Turn washbasin colours von Vitruvit sind aber die Frühling verheissenden Farben - und wenn man die Varianten in orange, grün, schwarz, gelb und rot so sieht, möchte man sich wirklich kaum entscheiden und die Autonomie der einzelnen Familienmitglieder durch eine je eigene Waschbeckenfarbe unterstreichen. Bei Zahnbürstenköpfen ein Leichtes, braucht man hier jedoch ein wenig Platz für derartige Individualität...

Vitruvit Turn washbasin colours

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8. März 2013

Es werde bunt

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Eingetragen von: Erneste Appell

Die Geschichte der Architektur und des Designs pendelt vereinfachend gesagt zwischen kühler, kanonischer Kontrolle und einem wilden, das Künstlerindividuum betonenden Farb- und Formen-Überschwang. Ohne zu weit auszuholen: Das Pendel wanderte von der Renaissance zum Barock, zum Historismus, zum Jugendstil, dann kam der Bruch der Moderne, bald darauf das wilde 1960er-Design und die klassische Postmoderne und hieran schloss der Minimalismus der 1990er-Jahre an. In den letzten Jahren pendelt die Gestaltung nun wieder zurück: zu runden, geschwungenen oder amorphen Formen statt klaren Kanten, zu Ornamenten und stark strukturierten Oberflächen statt glatten und monochromen Flächen, zu Farben aller Art statt dem allgegenwärtigen Brei aus weiss, schwarz, Holz und Metall. Natürlich ist unsere Zeit pluralistisch und es gibt alle möglichen Splittergruppen - doch der Trend zu mehr Form, mehr Schmuck und mehr Farbe ist kaum zu übersehen.

Es mag nicht jedermanns Sache sein aber die Armaturenserie Loft colors von Tres Griferia liegt definitiv am Puls der Zeit. Die Waschtisch-, Bidet und Wannenmischer halten die schwierige Balance von einfach verständlichen Formen und farblichen Spielereien. Mutig und aussergewöhnlich. Gelungen.

 

Tres Griferia Loft colors

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12. Dezember 2012

Pop reloaded!

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Eingetragen von: Erneste Appell

Die grosse Ära des Pop ist vorbei. Lady Gaga ist zwar erfrischend skurril im von R'n'B-Püppchen dominierten Musikbusiness, doch geht es in diesem Blog nicht um Musik, sondern um eine andere Kulturtechnik - Gestaltung, neumodisch gemeinhin Design genannt. Und das Pop-Design ist mittlerweile längst Geschichte. Bunt, schrill, rund und skurril waren die Möbel und Gebrauchsgegenstände der 1960er Jahre, als die Zukunft noch blosser Fortschritt war. Plastik war ein vielseitiges Wundermaterial und dass es aus Erdöl war, störte kaum jemand. Es war die Zeit der ersten Mondlandung und noch vor der ersten Ölkrise, dem Club of Rome, der Wachstumskritik und allen diesen Dingen, die währen der Weltwirtschaftskrise nun etwas mehr ins Bewusstsein zurück rückten. 

Natürlich erfreut sich nun die Handarbeit einer Renaissance, Vintage und Retro sind lukrative Geschäftsmodelle geworden und die Schönen und Reichen richten sich ihre Häuser nun mit Naturstein und Holz ein. Das ist schön. Das ist gut. Das ist richtig. Aber ein wenig vermisst man zugleich auch die Farbenfreude, das Spielerische der Zukunftsgläubigen Pop-Ära, deren Kunstikone Andy Warhol heisst. Der italienische Hersteller NovaBell möchte mit der Kollektion Pop nun die wilden 60er und 70er Jahre zurückbringen und dank «Farbenfreude» für ein «besseres Lebensgefühl» sorgen. Natürlich werden die vielseitig strukturierten Fliesen auch in marktkonformem schwarz und weiss geliefert - doch in rot, orange und braun sieht alles viel besser aus und kann zudem gewürzt werden mit floralen Dekoren und Bildern in PopArt-Manier. Wer traut sich noch?

NovaBell Pop

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