Es gibt so viele Firmen, die das Gleiche tun und so wenige, die wirklich einzigartig sind. Zur letzten Kategorie zählt die GOLEM Kunst und Baukeramik AG. Diese hatte sich ursprünglich Sonderfertigungen für die Sanierung historischer Bauten verschrieben und an die Kultur des Backsteinbaus angeknüpft, die vom neolithischen Lehmbauten über die mesopotamischen und römischen Lehmziegelarchitekturen sowie über die neogeotische Backsteinarchitektur Europas, den Historismus, den Klassizismus Karl Friedrich Schinkels und expressionistische Jugenstilarchitekturen bis in die Gegenwart reicht. Der einfachste Weg um bei derartigen Restaurierungsarbeiten zu einem denkmalpflegerisch zufriedenstellenden Resultat zu gelangen ist ganz einfach: möglichst originalgetreu zu produzieren. Dass GOLEM dies kann, bewies das Unternehmen bei einer Vielzahl bedeutender Bauwerke: unter anderem beim Londoner Warenlager von Harrod's, bei der Wiener U-Bahn-Station Schönbrunn, beim Weimarer UNESCO-Weltkulturerbe der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, beim Lübecker Holstentor, beim Jägerhof in Leipzig, beim Schinkelturm in Letschin und in Berlin gleich dreimal - in den Hackeschen Höfen, am Neuen Museum und für die Musterfassade der allenfalls wiederaufzubauenden Bauakademie von Karl Friedrich Schinkel, dem Backsteinmonument schlichthin, das auch als Keimzelle der Moderne gilt.
Von hier aus war der Schritt des Unternehmens hin zur Serienproduktion in traditioneller Handwerkstechnik nicht mehr weit. Es spezialisierte sich dabei zunehmend auf zwischen 1897 und 1910 entworfene Jugendstilfliesen, die von Hand gefärbt und gebrannt durch die leichte Unregelmässigkeit einen individuellen Charme erhalten. Sie sind lebendig und gewinnen durch die mit dem Alterungsprozess verbundene, feine Rissbildung (Craquelé) bloss noch an ausdrucksstarker Patina. Bei den Motiven handelt es sich einerseits um vormalige Produktionen der Werke Boizenburg, DTAG, Meißen, Offstein, Schmider, Utzenschneidel und Villeroy & Boch, andererseits um Entwürfe von Künstlern wie Peter Behrens, Hans Duensing, Georg Schmider, Ernst Teichert, Henry van der Velde oder Louis Wessel. Bei dieser eindrucksvollen Liste schlägt jedem Kunstgeschichtler wahrlich das Herz höher und so lässt sich denn auch aus einer schier unendlichen Zahl von Fliesen auswählen. Einige Beispiele der kombinierten Wand- oder Bodengestaltung sind hier abgebildet.
Neben den schmuckhaften Fliesen mit Jugendstilmotiven bietet der Hersteller noch zweierlei: Einfarbige Fliesen, die durch die Vielzahl erhältlicher Farben zu wirkungsvollen Pixelbildern kombiniert werden können und ebenso wie die Motivfliesen einen leicht «unperfekten», charmanten Farbverlauf aufweisen. Und darüber hinaus Fliesen von zeitgenössischen Künstlern, wovon die zuunterst abgebildeten Entwürfe der jüngst verstorbenen Görlitzerin Crista Cremer am überzeugendsten sind.
Kurz und bündig: Der Hersteller GOLEM kann wertvolle Monumente ergänzen und bietet darüber hinaus für den Privatgebrauch eine wahrhaft endlose Palette an Fliesen, die im Entwurf und in der Fertigungstechnik dem originalen Jugendstil zuzuordnen sind. Ein wahrer Fund!
... einige Beispiele der Wandgestaltung:
... einige Beispiele der Bodengestaltung:
... einige Fliesen von Crista Cremer:
GOLEM Kunst und Baukeramik