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24. August 2012

Architekturgeschichte des Bades

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Eingetragen von: Erneste Appell

Auf diesem Blog beschäftigen wir uns in der Regel mit zeitgenössischem Sanitärdesign, Dingen aus dieser Saison oder von morgen. Zur Ergänzung einer Beschäftigung mit diesem Thema lohnt sich natürlich auch ein Blick zurück. Möglich gemacht hat diesen die Universität Stuttgart, die die Ausstellung «Balnea - Architekturgeschichte des Bades» konzipiert hat, die derzeit im Musterraum der Bauakademie Berlin ausgestellt wird. Diese ist das vielleicht wegweisendste Bauwerk, das der Architekt Karl Friedrich Schinkel entworfen hat (er ist unter anderem auch der Erbauer der Neuen Wache und des Neuen Museums in Berlin).

Doch zurück zur Ausstellung: Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt in der Zeit der Aufklärung, als mit dem Badehaus ein neuer Bautypus entstand. Im 17. Jahrhundert durchlebte die Körperhygiene dann einen Tiefpunkt und erst später wurde das Baden in stehendem und fliessendem Gewässer wiederentdeckt. Neue medizinische Erkenntnisse und eine bewusstere Körperkultur führten zu Badeschiffen, öffentlichen Badeanstalten und ab dem 18. Jahrhundert auch zu Seebädern an der Nord- und Ostsee. Die Ausstellung zeigt diese besonderen Bautypen auf grossen Tafeln, die die jeweiligen Besonderheiten aus kunst- und architekturgeschichtlicher Sicht beleuchten. Oben abgebildet ist übrigens ein Modell des Stuttgarter Maurischen Bades von 1894. Übrigens: Wer keine Zeit findet, nach Berlin zu gehen, kann alternativ das von Susanne Grötz und Ursula Queck herausgegebene Buch «Balnea. Architekturgeschichte des Bades» erwerben.

«Balnea. Architekturgeschichte des Bades» in der Internationalen Bauakademie Berlin

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10. Mai 2011

Das stille Örtchen

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Eingetragen von: Erneste Appell

Die Zeiten haben sich gewandelt: Noch vor zweihundert Jahren konnten nur der Adel und der reichste Teil des Bürgertums in ferne Länder reisen, heutzutage kann dies jeder gewöhnliche Arbeiter - EasyJet sei dank. Jedoch wollen wir an dieser Stelle nicht einem Schadstoff-Vergleich von heutigem Arbeiter und feudalem Bauer verfallen..

Dies ist nur eines von vielen Beispielen des Zeitenwandels und die Körperhygiene zählt sicherlich auch dazu. Heutzutage ist man sich kaum bewusst, welch Luxus eine funktionierende Kanalisation darstellt - das Mittelalter kannte noch das Verschütten der Ausscheidungen in die Mitte der schmalen Wohnstrassen und die hygienischen Folgen, allem voran die Pest, sind hinlänglich bekannt. Dass es auch hier der Adel war, der sich zuerst 'moderne' Verhältnisse leisten konnte, erscheint logisch und so widmet eine Ausstellung im Kloster Schussenried (Bad Schussenried, Baden-Württemberg) diesem Thema eine ganze Ausstellung, die bis am 18. September läuft.

Unter dem Motto 'Das stille Örtchen - Tabu und Reinlichkeit bey Hofe' sind hier zahlreiche Exponate öffentlicher und privater Leihgeber mit ausgewählten Stücken aus den Depots und Museen der 'Staatlichen Schlösser und Gärten' vereint. Diese bieten einen interessanten Überblick über die Körperhygiene und Pflegepraxis zu Hofe im Wandel der Zeit. Zudem sollen Sach- und Schriftquellen über die berühmten Vorurteile Aufschluss geben, der Adel (prominent der französische Sonnenkönig Louis XIV.) habe sich lieber einparfümiert als zu waschen und sich hinter Vorhängen und Hecken erleichtert.

Für alle, die sich vertieft für die kulturgeschichtliche Entwicklung der Körperhygiene interessieren ist dies Ausstellung sicherlich einen Besuch wert und sei auch all jenen nahegelegt, die sich auch über das Verfolgen von Hochzeits-Feierlichkeiten vor dem Fernsehen hinaus mit dem Adel beschäftigen möchten..

Ausstellung: Das Stille Örtchen im Kloster Schussenried

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